Dieses Bild stellt mein bisher längstes Astrofotografie-Projekt dar, mit einer Gesamtbelichtungszeit von 64 Stunden. Das relativ kleine Gesichtsfeld meines Teleskops eignet sich gut für Galaxien, erschwert jedoch die Aufnahme großer Nebel in der Milchstraße, die sich oft über mehrere Grad am Himmel erstrecken. Um IC 1396 in seiner Gesamtheit darzustellen, habe ich daher ein 2×2-Mosaik erstellt und jedem Panel 16 Stunden Belichtungszeit gewidmet.
Bei den Schmalbandaufnahmen habe ich H-alpha weniger stark priorisiert, da hier das Signal-Rausch-Verhältnis von Natur aus höher ist. Stattdessen konnte ich mehr Zeit auf die schwächeren O-III- und S-II-Kanäle verwenden. Das Bild ist in der Hubble-SHO-Palette dargestellt, wobei Schwefel den Rottönen, Wasserstoff den Grüntönen und Sauerstoff den Blautönen zugeordnet ist.
Eine stellare Kinderstube
Infrarotbeobachtungen im Jahr 2003 bestätigten, dass IC 1396 ein aktives Sternentstehungsgebiet ist. An der Spitze des dunklen Nebels, dem „Rüssel“, befinden sich mehrere Protosterne, die jünger als 100.000 Jahre sind. Die Struktur wird durch die ionisierende Strahlung nahegelegener massereicher Sterne sowie durch den Druck neu geborener Sterne geformt, der das umliegende Gas und den Staub verdrängt. Diese Prozesse lösen weiteren Kollaps und Sternentstehung aus. Astronomen haben etwa 250 junge Sternsysteme in und um diese Region identifiziert, von denen viele in dichten Staubwolken verborgen liegen und im sichtbaren Licht nicht erkennbar sind.
Der Nebel
IC 1396 befindet sich in etwa 2.400 Lichtjahren Entfernung zur Erde und erstreckt sich über mehr als 100 Lichtjahre. Der Rüssel selbst ist rund 20 Lichtjahre lang. Seine Leuchtkraft geht hauptsächlich auf HD 206267 zurück, ein Mehrfachsystem aus heißen blauen Sternen. Überall im Nebel sind dunkle Bok-Globulen zu finden – manche nur einen Bruchteil eines Lichtjahres groß, andere erstrecken sich über mehrere Lichtjahre.

Die kreisförmige Höhlung
Ein auffälliges Merkmal des Elefantenrüssels ist eine kreisförmige Höhlung nahe der Spitze der Struktur.

Diese Blase scheint durch die stellaren Winde zweier heller, älterer Sterne im Inneren entstanden zu sein, die das Gas nach außen gedrückt und das umliegende Material komprimiert haben. An den verdichteten Rändern entstanden so Dichten, die hoch genug waren, um die Bildung neuer Sterne auszulösen – und den Zyklus der Sternentstehung fortzuführen.




