Sternspuren | Startrails
Sternspuren und Zeitraffer Aufnahmen sind echte Zeitfresser – aber auch unglaublich faszinierend. Durch die Erdrotation mit über 1000 km/h hier auf dem 47. Breitengrad (am Äquator sind’s sogar rund 1.600 km/h) sieht man ziemlich schnell, wie flott sich die Sterne bewegen. Selbst bei einer kurzen Belichtung von nur 20–30 Sekunden ziehen sie schon kleine Lichtspuren.
So gehe ich bei Sternenspur -Aufnahmen vor
Zuerst suche ich mir ein spannendes Vordergrundmotiv – am besten irgendwo, wo es möglichst dunkel ist, also keine Stadtlichter in der Nähe. Ideal ist eine Nacht um Neumond, damit der Himmel richtig schwarz bleibt.
Dann kommt der technische Teil: Die Kamera kommt auf ein stabiles Stativ (wirklich stabil – schon eine kleine Windböe kann alles ruinieren). Vorher checke ich die Einstellungen: Akku-Stand, genug Speicherplatz, passender ISO-Wert.
Bevor es richtig losgeht, mache ich ein paar Testaufnahmen, um zu prüfen, ob Bildausschnitt und Belichtung passen und die Sterne nicht in der „schwarzen Suppe“ untergehen.
Wenn alles sitzt, starte ich das Shooting – bis der erste Akku leer ist. Dann wird schnell auf den Ersatzakku gewechselt. Der optimale Startzeitpunkt ist die nautische Nacht (Sonne -12° unter dem Horizont) bis in die bürgerliche Morgendämmerung (-6°). Das bedeutet: durch fotografieren bis in die frühen Morgenstunden.
Meine Tipps für bessere Ergebnisse
- Überlege dir, wo der Polarstern im Bild auftaucht. Er muss nicht zwingend in der Mitte sein – spannend wird’s, wenn er sich harmonisch ins Vordergrundmotiv einfügt.
- Für einen entspannten Ablauf lohnt sich ein externer Timer (z. B. LRT Pro Timer oder ähnliche Modelle). Damit kannst du nicht nur eine, sondern sogar zwei Kameras gleichzeitig steuern – etwa eine für die Sternenspuren und eine zweite für ein Zeitraffer (Timelapse). Spart Zeit und gibt dir mehr kreativen Spielraum.
- Solche Geräte lassen sich über den Zubehörschuh montieren und per Kabel anschliessen und bieten viele Einstellmöglichkeiten.
- Checke das Wetter vorher gründlich – Regenschauer oder kräftiger Wind sind echte Spassbremsen.
Technische Eckdaten
- Sternspuren: lange Belichtungszeiten ohne Nachführung und 20~30 Minuten pro Bild. Tipp; Wintermonaten längere Nächte.
- Timelapse mit oder ohne Nachführung. Ohne Nachführung max. 13–16 bis 20-25 Sekunden pro Bild. Menge: mindestens 800 Bilder, besser 2000+, am besten im RAW-Format, auch hier sind die Winternächte Vorteilhafter für längere Video-Clip (längere Ausgabe von Sternwanderung ist auch ein „Wow“-Effekt)
- Nachbearbeitung in einem Bildbearbeitungsprogramm ist Pflicht – erst dann kommt der volle „Wow“-Effekt.





